Leserbrief zum Artikel „City Neuwied: Trauerspiel oder Trendwende?“

Die SPD sieht es als Oppositionspartei momentan offenbar als eine ihrer dringendsten Aufgaben, Kritik zu üben und damit hält sie dann auch nicht hinterm Berg. Eine kritische Betrachtung ist grundsätzlich wünschenswert und wenn  sich dabei Optimierungsvorschläge ergeben würden, wäre dies für die   Stadtentwicklung  mit Sicherheit förderlich.

Bemühungen und Anstrengungen des Amtes für Stadtmarketing aber nur, weil man sich  in der Opposition befindet, schlechtzureden, halte ich für mehr als unangemessen.
Viele Veranstaltungen, und das nicht nur in unserer Stadt, mussten pandemiebedingt verschoben oder abgesagt werden. Zum Teil erfolgten Absagen auch vonseiten der Veranstalter aufgrund Personalmangels,  aus Sorge, die  notwendigen  Abstandsregeln  nicht einhalten zu können oder weil sich nicht einschätzen ließ, wie hoch das mögliche Besucheraufkommen in dieser schwierigen Zeit sein könnte.

Die Aussage von SPD-Stadtratsmitglied Janick Helmut Schmitz, der Veranstalter des Stoffmarkts sei von der Verwaltung hingehalten und damit letztendlich vergrault worden, deckt sich in keiner Weise mit meinem Kenntnisstand.

Vielmehr gab es basierend auf einem alten Vertrag mit der ehemaligen Werbegemeinschaft und dem Veranstalter, eine seit Jahren bestehende Absprache zwischen der Stadtverwaltung und dem Organisator,  dass  der Stoffmarkt in der Innenstadt  durchgeführt wird. Lediglich wegen der Einhaltung der Corona-Abstandsregelungen wurde das Marktgeschehen 2 mal auf die Kirmeswiese verlegt.

In diesem Jahr war es dem Ausrichter des Stoffmarktes wahrscheinlich aus ökonomischer Sicht nun ein Anliegen, den Markt entgegen der Absprachen am 2. April (anstatt erstes November-Wochenende) auf der Kirmeswiese (anstatt in der Innenstadt) stattfinden zu lassen.

Bedauernswert ist, dass sich der Stoffmarktbetreiber aus Neuwied nun griesgrämig zurückzieht weil seinen Wünschen nicht Rechnung getragen wurde und damit der fade Beigeschmack entstanden ist, dass die Verwaltung Events verhindert.
Neben dem Einkaufen suchen Besucher auch die Begegnung, lassen sich durch den Besuch der Innenstadt inspirieren, kehren in Cafés oder Gaststätten ein. 
Politik hat u.a. die Aufgabe Lebensqualität zu schaffen und deshalb muss es unser Ziel sein, die Gewerbetreibenden und den  Einzelhandel zu stärken.

Das Konzept der Verwaltung, den Stoffmarkt nach den (hoffentlich) Corona-Ausnahmejahren wieder zurück in die Innenstadt zu holen, ist sinnvoll.

Gudrun Vielmuth / Stadträtin / CDU Fraktion Neuwied

Nach oben